Alte Mauern enthüllen die Geheimnisse der Seidenstraße. Eine phänomenale Entdeckung in der abgelegenen Steppe

Alte Mauern enthüllen die Geheimnisse der Seidenstraße. Eine phänomenale Entdeckung in der abgelegenen Steppe
Seidenstraße

Eine jahrhundertealte Geschichte, eingeschlossen in Lehm und Stein

Die Ausgrabungen in Kuwe erstrecken sich über ein weitläufiges Gebiet von etwa 110 Hektar. Es wurde nicht nur eine einzelne Mauer entdeckt, sondern eine ganze Reihe von Befestigungsanlagen, die sich zusammen mit der Stadt entwickelten. Sie wurden zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 10. Jahrhundert n. Chr. errichtet und umgebaut. Sie überdauerten die Herrschaft der Parther, die Blütezeit der Staaten Dayuan und Sogdiana bis hin zur Herrschaft der Samaniden. Jede dieser Zivilisationen hinterließ hier ihre Spuren, indem sie die Konstruktionen an ihre Bedürfnisse und Technologien anpasste.

Wie Liu Bing, Leiter des chinesischen Teils der Expedition, betont, ist gerade diese Entwicklung am wertvollsten. Durch die Analyse der Veränderungen in den Bautechniken und den verwendeten Materialien können Wissenschaftler die Verbreitung von Ideen und kulturellen Einflüssen entlang der Handelswege verfolgen. Die Entdeckung von Fundamenten und Spuren eines Außenwalls ermöglicht es wiederum, den gesamten Stadtgrundriss zu rekonstruieren. Zuvor waren auf dem Gebiet von Kua bereits Paläste, Tore, Häuser und Werkstätten identifiziert worden, sodass die neueste Entdeckung das Bild eines lebhaften Handelszentrums vervollständigt.

Gemeinsame Entdeckung einer gemeinsamen Vergangenheit

Alte Mauern enthüllen die Geheimnisse der Seidenstraße. Eine phänomenale Entdeckung in der abgelegenen Steppe

Das Projekt, das zu diesen Entdeckungen geführt hat, ist eine Initiative des Teams Luoyang-Ferghana, das 2023 gegründet wurde. Es vereint Fachleute des Archäologischen Instituts Luoyang in China und der Staatlichen Universität Fergana in Usbekistan. Diese Zusammenarbeit ist kein Einzelfall. Sie ist Teil eines umfassenderen Programms partnerschaftlicher archäologischer Forschungen, die im Rahmen der chinesischen Initiative „Belt and Road“ durchgeführt werden. Für China hat das Fergana-Becken eine besondere historische Bedeutung. Genau mit dieser Region, die in alten Chroniken als Dayuan bekannt ist, werden die berühmten „himmlischen Pferde” in Verbindung gebracht, über die der Botschafter Zhang Qian schrieb. Heute steht nicht der Handel, sondern die Wissenschaft im Vordergrund. Für das nächste Jahr sind weitere systematische Ausgrabungen geplant, insbesondere in den Palastbereichen, die mehr Licht auf die administrative Funktion der Stadt werfen könnten.

Ähnliche Projekte, die auch in anderen Regionen Usbekistans durchgeführt werden, ermöglichen den Austausch von Methoden und Erfahrungen. Die jüngste Entdeckung, die das Ergebnis dieser Maßnahmen ist, ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Seidenstraße ein lebendiger Organismus und nicht nur eine Linie auf der Landkarte war. Ihre Städte, wie beispielsweise Kucha, waren vollwertige Zentren, die sich über Jahrhunderte hinweg entwickelten, verteidigt und verwandelten. Jedes ausgegrabene Artefakt bringt die Experten der Rekonstruktion einer Welt näher, die den Osten mit dem Westen verband.

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