Warum sollte man nicht duschen, wenn die Waschmaschine läuft?

Viele Menschen schalten die Waschmaschine ein und gehen sofort unter die Dusche, um ihren Tag bequemer und besser zu organisieren. Das Problem ist, dass das Wasserversorgungssystem und die Art der Warmwasserbereitung diese „clevere Methode” in eine Reihe unangenehmer Überraschungen verwandeln können: von einem plötzlichen Druckabfall bis zu einem schwer vorhersehbaren Temperatursprung. Die Klärung dieses Themas hilft nicht nur, Unannehmlichkeiten zu vermeiden, sondern auch zu verstehen, warum in einigen Häusern alles reibungslos funktioniert, während es in anderen zu einem ärgerlichen Kampf mit dem Wasserhahn und einer längeren Aufheizzeit des Wassers kommt.

Warum sollte man nicht duschen, wenn die Waschmaschine läuft?

Was passiert mit dem Druck und der Temperatur, wenn Dusche und Waschmaschine dasselbe Wasser verwenden?

In vielen Wohnungen sind Dusche und Waschmaschine an dieselben Steigleitungen oder denselben Abzweig angeschlossen. Wenn die Waschmaschine Wasser ansaugt (vor allem zu Beginn des Waschgangs), „nimmt“ sie einen Teil des Durchflusses weg, wodurch der Wasserdruck in der Duschbrause sinkt. Der Effekt ist einfach: Der Strahl wird schwächer und weniger stabil. In der Praxis spüren dies vor allem Menschen in Gebäuden mit einer Anlage mit geringerer Leistungsreserve sowie dort, wo jemand gleichzeitig den Wasserhahn in der Küche aufdreht oder die Toilette spült – dann können sich die Veränderungen gegenseitig überlagern.

Das zweite Problem ist die Temperatur. Wenn in einem Haus ein Speicher-Warmwasserbereiter (also ein gängiger Boiler) in Betrieb ist, ist dessen Warmwasservorrat nicht unbegrenzt. Modelle mit einem Fassungsvermögen von etwa 110–150 l können das gespeicherte Warmwasser schneller „abgeben“, wenn gleichzeitig die Dusche und eine auf ein warmes Programm eingestellte Waschmaschine in Betrieb sind. Dann kommt kälteres Wasser aus der Dusche oder es kommt zu Temperaturschwankungen, weil die Anlage die Anteile von heißem und kaltem Wasser unter wechselnden Bedingungen mischt. Und hier entsteht ein unangenehmer Moment: Man macht einen Schritt zur Seite und plötzlich verändert sich der Wasserstrahl.

Warum sollte man nicht duschen, wenn die Waschmaschine läuft?

Wenn zwei Geräte gleichzeitig Warmwasser verbrauchen, muss die Anlage den Verbrauch und die Temperatur „aufteilen“ – und je geringer die Reserve des Systems ist, desto stärker sind die Schwankungen spürbar.

Warum dies den Energieverbrauch erhöhen kann

Wenn Dusche und Waschmaschine gleichzeitig in Betrieb sind, bedeutet dies oft, dass die Warmwasserbereitung häufiger eingeschaltet wird oder länger läuft. Wenn die Waschmaschine Warmwasser verbraucht, muss der Warmwasserbereiter den Verlust schneller ausgleichen, was die Anzahl der Nachheizzyklen erhöht. Bei Elektrogeräten führt dies zu einem höheren kWh-Verbrauch, bei Gasgeräten zu einer längeren Brennerlaufzeit. Wenn die Ausgangstemperatur „abfällt”, erhöhen viele Menschen außerdem instinktiv den Warmwasserdruck in der Dusche, was den Gesamtenergieverbrauch erhöht, der zur Aufrechterhaltung des Komforts erforderlich ist.

Wie lassen sich Schwankungen ohne Änderung der Haushaltsgewohnheiten begrenzen?

Die Lösungen hängen von der Art der Anlage und der Warmwasserquelle ab, lassen sich jedoch in der Regel auf die Stabilisierung der Temperatur, den Ausgleich des Durchflusses oder die Verbesserung der Verfügbarkeit von Warmwasser an den Entnahmestellen reduzieren. Am häufigsten werden verwendet:

  • ein thermostatischer Mischhahn für die Dusche, der trotz Schwankungen in der Wasserzufuhr eine konstante Temperatur aufrechterhält,
  • ein Druckausgleichsventil (auf der ersten Stufe: ein Element, das plötzliche Druckschwankungen im Mischhahn begrenzt), das Schwankungen im Durchfluss reduziert,
  • ein Warmwasser-Rezirkulationssystem mit Pumpe, das die Verzögerung der Warmwasserversorgung verkürzt und die Verfügbarkeit im System stabilisiert,
  • die Wahl des Fassungsvermögens des Warmwasserbereiters oder die Prüfung der Möglichkeit, einen Durchlauferhitzer zu installieren, wenn der Wasservorrat im Speicher regelmäßig erschöpft ist.

Fazit: Warum man nicht duschen sollte, wenn die Waschmaschine läuft

Es geht nicht um ein „Verbot”, sondern um die realen Folgen einer gemeinsamen Belastung des Systems. Wenn die Waschmaschine während des Duschens läuft, kommt es häufiger zu Druckabfällen und Temperaturschwankungen, da beide Verbraucher um denselben Durchfluss und dasselbe Warmwasser aus dem Warmwasserbereiter konkurrieren. Dies mindert den Komfort und erhöht das Risiko einer plötzlichen Temperaturänderung in der Dusche. Gleichzeitig muss der Warmwasserbereiter das Wasser intensiver erwärmen, was zu höheren Strom- (oder Gas-)Kosten führen kann, da die Energie schneller und über einen längeren Zeitraum verbraucht wird, um zwei Ströme gleichzeitig zu versorgen.

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