
Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern hat Proben analysiert, die vom Meeresboden der Antarktis in der Nähe des Zaghbili-Gletschers entnommen wurden. Diese Millionen Jahre alten Ablagerungen sind wie eine Botschaft aus der Vergangenheit, die zeigt, welche Veränderungen in der Antarktis in der Vergangenheit stattgefunden haben und wie ihre Zukunft aussehen könnte. Die Ergebnisse der Untersuchung dieses geologischen Archivs sind eine wichtige Warnung für die heutige Welt.
Die Vergangenheit der Antarktis zeigt, was uns erwarten könnte
Die Antarktis zieht aufgrund ihrer Beschaffenheit, Geschichte und Isolation die Aufmerksamkeit vieler Menschen auf der ganzen Welt auf sich. Die Veränderungen, die auf diesem südlichsten Kontinent der Erde stattfinden, sind unter anderem Gegenstand des Interesses von Wissenschaftlern. Eine der in den letzten Jahren häufig diskutierten Fragen betrifft die Gletscher Twaites (Gletscher des Untergangs) und Pine Island.
Diese Gletscher, die sich im Amundsen-Meer-Sektor des westantarktischen Eisschildes (West Antarctic Ice Sheet, WAIS) befinden, gehören zu den am schnellsten schmelzenden Gletschern der Welt. Ihr schneller Eisverlust gibt nicht nur Anlass zu großer Sorge um das Schicksal der Antarktis – es stellen sich auch Fragen hinsichtlich der Stabilität des WAIS und der Auswirkungen des Abschmelzens riesiger Eismassen auf den Anstieg des Meeresspiegels, der das Leben von Millionen von Menschen beeinträchtigen könnte. Unter den vielen alarmierenden Veröffentlichungen gibt es eine Studie, die weit in die Vergangenheit zurückgeht, um die Geschichte der Veränderungen in der Antarktis besser zu verstehen.
Meeresablagerungen als Archiv des Klimas vor Millionen von Jahren

Dieses Thema wurde von Wissenschaftlern des IODP-Projekts Exp379 Scientists aufgegriffen. Die internationale Forschungsgruppe wurde von Professor Keiji Horikawa von der Fakultät für Exakte Wissenschaften der Universität Toyama in Japan geleitet. Die Experten untersuchten alte Meeresablagerungen der Antarktis aus dem Pliozän (vor etwa 5,3 bis 2,5 Millionen Jahren). In dieser Zeit war die Erde 3 bis 4 °C wärmer als heute, mit Perioden signifikanterer Temperaturschwankungen, und der Meeresspiegel lag aufgrund des Abschmelzens der Gletscher 15 m höher.
Die Forscher verwendeten Meeresablagerungskerne, die während einer Expedition an der Stelle U1532 am kontinentalen Steilhang des Amundsen-Meeres entnommen wurden. Diese Ablagerungen sind wie eine Botschaft aus der Vergangenheit, da sie ein geologisches Archiv der Veränderungen darstellen, die in der Antarktis unter den Bedingungen des Klimawandels stattfanden. Eine neue Analyse der Sedimente hat gezeigt, dass sich der westliche Eisschild der Antarktis unter dem Einfluss der Erwärmung mindestens fünf Mal weit ins Landesinnere zurückgezogen hat.
„Der Zustand des WAIS im Pliozän, einer Periode, die eine mögliche zukünftige Klimaerwärmung widerspiegelt, liefert wichtige Informationen über sein Verhalten in einem wärmeren Klima“, berichten die Forscher.
Die Antarktis hat dies bereits mehrfach erlebt. Wichtige Schlussfolgerungen
Es wurden dicke graue Schichten entdeckt, die mit kalten Perioden in Verbindung stehen, in denen das Eis einen Großteil des Kontinents dicht bedeckte, sowie dünnere grünliche Schichten. Diese Färbung entstand gerade durch wärmere Perioden – offene, eisfreie Gewässer hatten eine höhere Temperatur und in ihnen entwickelten sich mikroskopisch kleine Algen, die eine grünliche Spur hinterließen. Isotopenanalysen ermöglichten es, die gewonnenen Informationen zu präzisieren, und Computermodelle halfen dabei, die Veränderungen zu simulieren.
In der Vergangenheit reagierte das WAIS wiederholt auf die Erwärmung des Klimas mit einem erheblichen Rückgang des Eises. Untersuchungen haben einen sich wiederholenden Klimazyklus gezeigt: Eiszeiten, frühe Zwischeneiszeiten, Wärmepeak und Rückkehr zur Kälte. Die Ergebnisse zeigen einen Rückzug des WAIS weit über seine derzeitige Ausdehnung hinaus und unterstreichen die extrem hohe Empfindlichkeit der Gletscher gegenüber Temperaturanstiegen. Dies ist wiederum ein wichtiger Hinweis für die heutige Welt, da es einen potenziell erheblichen Anstieg des Meeresspiegels bedeutet, wenn die aktuellen Klimatrends anhalten.
Die Überwachung solcher Phänomene und die Entwicklung von Prognosen und Aktionsplänen sind notwendig, da ein Anstieg des Meeresspiegels zur Überflutung von Küstengebieten, zur Zerstörung von Städten und Infrastruktur und zur Migration von Millionen von Menschen führen wird. Dies wird auch wirtschaftliche Verluste, Probleme mit der Trinkwasserversorgung und Störungen der Ökosysteme zur Folge haben.











