Warum Katzen es nicht mögen, wenn man sie hochhebt – das sollten Sie wissen

Es dauert nur eine Sekunde: Die Hände werden hochgehoben, die Katze erstarrt, krallt sich fest und versucht zu entkommen. Manchmal endet das mit einem Kratzer und der falschen Schlussfolgerung, dass das Tier „Menschen nicht mag”. Meistens geht es jedoch um etwas Einfacheres und Ursprünglicheres: um Sicherheit, Kontrolle und Berührungsempfindlichkeit. Das Verständnis dafür, warum Katzen es nicht mögen, wenn man sie trägt, erleichtert den Alltag im Haushalt, weil man so schneller Grenzen erkennen kann, bevor Stress entsteht. Das mag überraschen, vor allem wenn die Katze gerade noch darum gebeten hat, gestreichelt zu werden.

Warum Katzen es nicht mögen, wenn man sie hochhebt – das sollten Sie wissen
Katzen

Sicherheit und Kontrolle in der Welt der Katzen

1. Für eine Katze ist dies keine natürliche „soziale Position”. Katzen tragen sich nicht gegenseitig auf den Armen, und das plötzliche Abheben vom Boden nimmt ihnen ihre Stabilität und die Möglichkeit, sofort wegzulaufen. In einem solchen Moment wird leicht die „Kampf-oder-Flucht”-Reaktion ausgelöst: Der Körper spannt sich an, die Pupillen können sich erweitern und der Schwanz beginnt schneller zu wedeln. 2. Eine Katze muss selbst die Richtung und Höhe ihrer Bewegung wählen. Ihre Bewegungen basieren auf Planung: Einschätzung der Entfernung, Position der Pfoten und Entscheidung zum Sprung. Wenn jemand sie ohne „Vorwarnung” hochhebt, kann die Katze dies als Verlust ihrer Autonomie empfinden, auch wenn sie normalerweise Nähe sucht.

Warum Katzen es nicht mögen, wenn man sie hochhebt – das sollten Sie wissen
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Erinnerungen und Art des Haltens

3. Für manche Katzen ist die Angst vor dem Fallen oder dem Verlust des Fluchtwegs ein zentrales Problem. Das Gefühl des „Hängens”, ein leichtes Schwanken, ein fremder Geruch an den Händen oder die Verlegung in einen anderen Raum können ausreichen, damit die Katze die Situation als unbestimmt empfindet. Dann treten deutliche Warnsignale auf: Die Ohren sind am Kopf angelegt, der Körper ist angespannt, der Schwanz bewegt sich nervös. 4. Auch schlechte Assoziationen aus der Vergangenheit spielen eine wichtige Rolle. Wenn eine Katze einmal abrupt gepackt, aus ihrem Versteck gezogen oder mit Gewalt festgehalten wurde, können bestimmte Gesten (z. B. das Greifen am Körper oder Druck auf den Brustkorb) eine „gewohnheitsmäßige” Abwehrreaktion auslösen, unabhängig davon, wie sicher sie sich im Alltag fühlt.

In der Praxis achtet eine Katze oft mehr auf ihren Fluchtweg als auf die Berührung selbst – deshalb lässt sie sich vielleicht streicheln, protestiert aber, wenn sie hochgehoben wird.

Körper, Anspannung und unsichtbares Unbehagen

5. Katzen vertragen Bewegungseinschränkungen und zu festes Greifen möglicherweise schlecht. Menschen drücken das Tier instinktiv an sich, „damit es nicht herunterfällt”, umarmen es fester oder blockieren seine Vorderpfoten. Für die Katze ist dies ein Signal für eine Falle: Sie kann ihre Körperhaltung nicht korrigieren oder sich auf einen sicheren Sprung vorbereiten. Oft hält sie zunächst eine Weile durch, spannt dann ihre Muskeln an, dreht ihre Hüften und sucht mit den Hinterpfoten nach Halt – wenn sie keinen findet, wählt sie den schnellsten Ausweg aus der Situation. 6. Es kommt auch vor, dass das Hochheben Schmerzen oder offensichtliches Unbehagen verursacht. Das Hochheben verändert die Gewichtsverteilung und den Druck auf den Bauch, die Wirbelsäule und die Gelenke, sodass sich die empfindliche Stelle gerade in diesem Moment „bemerkbar macht”.

Was folgt aus diesen 6 Gründen

Die Abneigung, auf den Armen gehalten zu werden, bedeutet selten Ablehnung des Menschen. Meistens ist es eine Kombination aus dem Bedürfnis nach Kontrolle, Sensibilität gegenüber dem Verlust des Haltes, Erinnerungen an unangenehme Situationen und Reaktionen auf Bewegungseinschränkungen oder körperliche Beschwerden. Im täglichen Umgang hilft es besonders, die Signale, die die Körpersprache der Katze aussendet, aufmerksam zu beobachten: Anspannung, Position der Ohren, Bewegung des Schwanzes und Versuche, einen stabilen Standpunkt zu „erobern”. Wenn diese Signale ernst genommen werden, ist das Auf-den-Arm-Nehmen der Katze kein Tauziehen mehr, sondern eine Situation, in der sich die Katze sicherer fühlt und seltener heftig reagiert.

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